Ich erläutere gerne meine folgenden Gedanken zum Thema «Eine Wirbelkette als Stütze für den Kopf» als Ergänzung zum bekannten Begriff «Wirbelsäule».
Am Begriff «Wirbelkette» gefällt mir das Bild der kettenartigen Anordnung der Wirbel, welche die Kräfte entlang dieser Knochen lenken und auf äussere Vorkommnisse reagieren. Dies in der Richtung von den Füssen nach oben zum Kopf und als Gegenkraft diejenige über das Kreuzbein, die Hüftgelenke und die Beine zum Boden hin. Weiter auch in die vertikale Richtung in unsere Umwelt.
Die entlang der gesamten Wirbelsäule vorhandenen Bänder dienen der Funktionsfähigkeit der Wirbelsäule. Sie verbinden als stabilisierende und als bewegende Komponente die Wirbelkörper, Bandscheiben, Wirbelbögen und Wirbelfortsätze miteinander.
Die Konstruktion des Rückens ermöglicht gleichzeitig Bewegung und skelettale Stütze. Sie bildet das Zentrum dafür, dass wir uns nach jeder Seite hinbewegen können – in die Richtung vor uns, in diejenige hinter uns, sowohl nach der rechten als nach der linken Seite. Wir können unsere Körper gleichzeitig aufrichten und unsere Verwurzelung gegen den Boden spüren.
Die solcherart zentrale Position der Wirbelsäule gibt uns durch ihre Form, bei der die untersten Wirbel die grössten und die obersten die kleinsten sind, die Stützkraft für den Körper. Ihre S-förmige Kurve gibt ihr die für unsere aufrechte Haltung notwendige Stabilität und die Kraft, das Körpergewicht zu tragen.
Getragen wird der Kopf von der Wirbelkette, und sie übernimmt von ihr die Fähigkeit, unseren Augen, unseren Ohren, der Nase und dem Mund zu folgen, in welche Richtungen uns diese Sinnesorgane führen.
So erleben wir unser Gehen als federnd und beschwingt, unser Atmen als wellenartige Bewegung, unsere täglichen Verrichtungen zuweilen als elegant.
Das leise Strömen des Atmens, das Klopfen des Pulses, der Strom von Wärme, sind als «Zeichen des Lebens» im stillen Stehen die Reaktion auf die Bewegung der Wirbelkette.
In dem Masse, wie wir lernen, uns in alle funktionalen Richtungen effizient zu bewegen, steigern wir die Zuverlässigkeit unserer Aufrichtung. Wir erleben eine klarere Haltung und verbessern die Interaktion mit den Menschen und unserer Umwelt.
Mai / Juni 2026
